Cherrytomate – die Heißbegehrte

Wussten Sie, dass die wilde kleinfruchtige Tomate den Tropen entstammt und schon 200 Jahre vor Christus von den Mayas am Fusse der Anden kultiviert wurde? Von spanischen Eroberern als Pflanze nach Europa gebracht, wurde die Cherrytomate lange Zeit als giftig betrachtet und nur wegen ihren dekorativen, roten und herzförmigen Früchten – auch Liebesapfel oder Goldapfel genannt. Zuerst in Italien bekannt, wurde sie auch unter dem dem italienischen Name „pomodoro“ – goldiger Apfel gehandelt.

Ihren Siegeszug als schmackhaftes Gemüse und Kulturpflanze hat die Cherrytomate (Solanum lycopersicum) in Europa erst in den letzen 85 Jahren angetreten. Wie die Kartoffel stammt sie aus der Familie der Nachtschattengewächse. Verwendet wird vor allem die rote Frucht, welche botanisch gesehen eigentlich eine Beere ist. Die kleinen Beeren enthalten viel Vitamin C, Karotin und Fruchtsäure, aber auch Zucker und Mineralstoffe. Die zuckersüssen Tomatenfrüchte bevorzuge ich vor allem zum Garnieren, Rohessen oder als Salatgarnitur.

Anzucht der Cherrytomate

Die Anzucht der Jungpflanzen ist nicht ganz einfach, da sie – ähnlich wie der Basilikum – sehr wärmebedürftig und lichthungrig sind. Am besten wird die Cherrytomate in einem Gewächshaus oder auf einer warmen und hellen Fensterbank angezogen. Sie erfolgt im Februar durch Aussaat in Saatschalen und anschliessendem Vereinzeln und Pikieren der Sämlinge in Töpfe oder Schalen.

Blüte einer Tomate
Im Gewächshaus gedeiht die Anzucht der Cherrytomate besonders gut. Bild: Andrea Rothenberger

Oder aber man besorgt sich im Frühjahr (ab anfangs Mai) starke Jungpflanzen beim Gärtner oder auf Setzlingsmärkten, welche es im Frühjahr zuhauf gibt.

Pflanzen der Cherrytomaten

Im Hausgarten empfiehlt es sich mit der Pflanzung der Cherrytomate bis nach Mitte Mai zu warten, da die Jungpflanzen tiefe Temperaturen und Spätfröste nicht sehr gut vertragen. Gepflanzt werden die Cherrytomate entweder in ein Gartenbeet mit Kompost angereicherte Erde, oder aber direkt in Spezialerde für Tomaten. Der Wurzelballen und untere Teil des Stengel darf ruhig 10 – 15 cm tiefer als bis bisher in die Erde gepflanzt werden (siehe auch Pflanz-Video). Der Vorteil der tieferen Pflanzung ist, dass sich nachträglich zusätzliche Wurzeln am unteren Teil des Stengel bilden. Somit wird eine optimale Aufnahme von Wasser und Nährstoffen gewährleistet.

Cherrytomaten sind auch bestens für die Bepflanzung in Töpfe und Gefässe auf dem Balkon geeignet. Idealerweise in lockere, nährstoffreiche Erde pflanzen und zu Beginn einen Langzeitdünger auf organischer Basis in die Erde beimischen. Tomaten sind Starkzehrer und benötigen zum optimalen Wachstum sehr viel Nahrung.

Standort der Cherrytomate

Wie der Basilikum liebt die Cherrytomate einen möglichst warmen und sonnigen aber auch von Regen geschützten Standort. Ideal ist eine gut besonnte Südwand, oder ein extra für die Tomate hergestelltes Tomatenhaus (erhältlich in vielfacher Ausführung im Fachhandel). Ideal ist auch ein gut belüftetes Gewächshaus, welches eventuell sogar im Frühling beheizt werden kann.

Das Wässern der Tomatenpflanze

Zu beachten ist, dass die Blätter und der Stengel der Cherrytomate möglichst nicht von oben benetzt werden sollten, da sonst die Gefahr einer Pilzinfektion besteht, welche im schlimmstenfalls die Tomate zum Absterben bringt. Ebenfalls sollte bei hohen Temperaturen nicht kaltes Wasser zum Giessen verwendet werden, da der Temperaturunterschied des Wassers für die Pflanze ein enormer Schock ist und zu unschönen Rissen in der Fruchtschale und sonstigen Schäden führen kann. Darum lieber weniger häufig, dafür ausgiebig und wenn möglich immer morgens giessen, damit die Pflanze gut abtrocken kann.

Ausbrechen der Seitentriebe

Die Seitentriebe in den Blattachseln der Pflanze sollten regelmässig (alle 2 – 4 Tage) ausgebrochen werden. Es ist äusserst wichtig, dass diese enfernt werden. Damit wird bezweckt, dass die Wuchskraft der Pflanze nicht in die Seitentriebe sondern in den Haupttrieb gelangt und die Früchte schön ausreifen.

Entspitzen der Cherrytomate

Je nach Witterung und Grösse der Tomatenpflanze, empfiehlt es sich, ab Mitte August die Tomatenpflanze zu Entspitzen, bzw.  den Haupttrieb der Tomate zu entfernen. Damit wird bezweckt, dass die ganze Kraft der Pflanze zur Ausreifung in die vorhandenen Früchte gelangt.

Krankheiten und Wachstumsstörungen

In nassen und kalten Sommern – oder bei nicht optimalen Wachstumsbedingungen wie Nährstoffmangel oder falscher Pflege –  wird die Tomatenpflanze gerne von Krankheiten befallen. Die häufigsten Krankheiten sind die gefürchtete Kraut- und Braunfäule oder die Blatt- und Stengelfleckenkrankheit. Einmal befallen, ist die Tomatenpflanze vielfach nicht mehr zu retten, ausser man entfernt sofort sämtliche befallenen Teile der Pflanze. Um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu vermeiden unbedingt alle befallenen Blätter, Früchte und Stengel entfernen und im Hauskehricht entsorgen (nicht auf den Kompost). Je nachdem empfiehlt es sich, die Cherrytomate frühzeitig und regelmässig mit einem biologischen Stärkungsmittel vorbeugend zu behandeln und die Pflanze im allgemeinen zu stärken.

Cherrytomaten schmecken frisch gepflückt am besten
Cherrytomaten schmecken frisch gepflückt am besten. Bild: Andrea Rothenberger

So werden keine weiteren Pflanzen angesteckt und mit etwas Glück beschert uns die Cherrytomate mit einer reichen und langen Ernte, voller süssen und aromatischen Früchte, welche wir den ganzen Sommer naschen können.

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